Waren die Laupheimer Hubschrauber umsonst in Afghanistan?

Waren die Laupheimer Hubschrauber umsonst in Afghanistan?

Militärische Missionen sind geheim. Soldaten nutzen gerne den Überraschungseffekt. So auch bei den Evakuierungsmaßnahmen in Kabul. Weil zu viele Details über eine Mission bekannt wurden, sollen die sonst in Laupheim stationierten Hubschrauber wohl nicht zum Einsatz kommen.

Zwei Helikopter vom Typ H-145M aus Laupheim werden vergangene Woche für den Transport nach Afghanistan vorbereitet. Gleichzeitig verrät der CDU-Verteidigungsexperte Johann Wadephul in einer Talkshow öffentlich, wofür sie eingesetzt werden sollen. Jetzt gibt es Kritik von mehreren SPD Politikern, unter anderem dem Illertisser Bundestagsabgeordnete Karl-Heinz Brunner, der auch im Verteidigungsausschuss sitzt. Mit seinen Aussagen in der Talkshow habe der Unionspolitiker den Einsatz in Afghanistan gefährdet.

Allerdings hat auch die Bundeswehr selbst auf ihrer eigenen Internetseite und in ihrem Presseverteiler Fotos von den Hubschraubern im Laderaum eines Transportflugzeuges vom Typ A400M veröffentlicht. Die Rechtfertigung des Einsatzführungskommandos: „Spätestens beim Ausladen der Hubschrauber aus den A400M in Kabul wäre ihre Anwesenheit in Evakuierungsverband aber ohnehin öffentlich geworden.“

Sicherheitsexperten geben zu bedenken, dass auch die Taliban das Internet durchsuche und damit Kenntnis von den Hubschraubern und dem Einsatzzweck haben könnte. Die Helikopter aus Laupheim, mit denen das KSK regelmäßig in Oberschwaben Evakuierungsszenarien übt, sollen jetzt unverrichteter Dinge wieder nach Hause gebracht werden.