Viele Gaffer bei Unfall nach Frontalzusammenstoß

Viele Gaffer bei Unfall nach Frontalzusammenstoß

Vergangene Woche hat der Deutsche Bundestag die Strafen für Gaffer verschärft. Wer Fotos von Unfallopfern macht, muss jetzt sogar mit einer Haftstrafe rechnen. Auch wer als Gaffer Einsatzkräfte behindert, kann zur Kasse gebeten werden. Trotzdem locken Unfälle und Katastrophen weiterhin viele Gaffer an. Wie zum Beispiel der Frontalzusammenstoß am Wochenende in Amstetten, bei dem drei Menschen schwer verletzt wurden.

Kurz nach 15.30 Uhr war ein 31-Jähriger auf der B10 in Richtung Geislingen unterwegs. In einer leichten Rechtskurve kam er laut Polizeiangaben mit seinem Mercedes nach links auf die Gegenfahrspur. Dort kam ihm ein 33-jähriger Renault-Fahrer entgegen. Die Fahrzeuge stießen zusammen, wodurch beide Fahrer und die 40-jährige Beifahrerin im Renault schwere Verletzungen erlitten. Der Rettungsdienst brachte alle drei Verletzten in Krankenhäuser. Die Feuerwehr hatte die Frau zuvor aus dem Auto befreit, da sie eingeklemmt war. Der Rettungsdienst transportierte sie in einem Rettungshubschrauber. Auch Notfallseelsorger waren an der Unfallstelle. Die Verkehrspolizei hat die Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen. Sie hat Erkenntnisse, dass der Mercedes-Fahrer vor dem Zusammenstoß telefoniert haben soll und beschlagnahmte auf Anordnung der Staatsanwaltschaft das Handy. Der Sachschaden an den Autos beträgt rund 30.000 Euro. Beide Fahrzeuge wurden abgeschleppt. Zur Dauer der Unfallaufnahme war die B10 komplett gesperrt.

Das Smartphone ist fester Bestandteil unseres Lebens und nicht mehr aus der heutigen Kommunikation wegzudenken. Doch während der Autofahrt – so mahnt die Polizei – gehöre es nicht in die Hände des Fahrers. Ein kurzer Blick weg von der Straße könne ausreichen, um das eigene, aber auch das Leben anderer Verkehrsteilnehmer zu gefährden. Zwei Sekunden Ablenkung bei Tempo 50 würden bereits rund 30 Meter Blindflug bedeuten.

Bei dem Unfall am nördlichen Ortsende von Amstetten waren 25 Feuerwehrleute, drei Rettungswagen, drei Notärzte, darunter auch der Notarzt des Ulmer Rettungshubschraubers, und fünf Helfer des „Helfer-vor-Ort“-Systems aus Amstetten im Einsatz. Zwei Notfallseelsorger betreuten die Unfallzeugen und Ersthelfer. Aufmerksame Mitarbeiter eines Restaurants brachten den Einsatzkräften, die die Absperrung auf der B10 sicherstellten, kostenlos Getränke gegen die sommerliche Hitze. Da es sich um ein Elektroauto handelte, mussten die Feuerwehrleute auch regelmäßig den Zustand der Antriebsbatterien kontrollieren. Jederzeit stand ein Feuerwehrmann bereit, um im Notfall sofort löschen zu können, mit einer Wärmebildkamera wurde die Temperatur der Batterien gemessen, um ungewöhnliche Vorgänge rechtzeitig zu bemerken. Trotz des schweren Unfalls blieben die Batterien unbeschädigt.