„Todesanzeigen“ in der Laupheimer Innenstadt sorgen für Diskussionen

„Todesanzeigen“ in der Laupheimer Innenstadt sorgen für Diskussionen

Unbekannte haben am frühen Samstagmorgen rätselhafte Trauertafeln in die Eingänge vieler Laupheimer Geschäfte gestellt. Verziert mit Grabkerzen, schwarzen Schleifen und Blumen sollten sie den „Verlierern der Coronamaßnahmen“ gelten, wie der Text der Anzeige erklärt. Ein ziemlicher Schreck für so manchen Einzelhändler, der wenige Stunden später sein Geschäft aufschließen wollte. Denn wer für die Aktion verantwortlich ist, bleibt zunächst unklar.
Eine Umfrage in der Laupheimer Innenstadt sowie ein Blick in die sozialen Netzwerke zeigen: Die Reaktionen auf die anonyme Aktion fallen sehr unterschiedlich aus. Während die einen positiv hervorheben, dass mit der Aktion auf die schwierige Situation der Einzelhändler aufmerksam gemacht werde, empfinden andere den Vergleich wirtschaftlicher Existenzen mit dem Tod eines Menschen angesichts der hohen Zahlen an Corona-Toten als geschmacklos und unpassend.
Letztere Ansicht teilt auch Harry Remane, der in der Laupheimer Innenstadt ein Sportgeschäft besitzt. Als Geschäftsinhaber und Vorsitzender der Werbegemeinschaft „Treffpunkt Laupheim“ kritisierte er außerdem, dass die Initiatoren die Aktion nicht mit den Händlern abgesprochen haben. Die Polizei Ulm hat derweil einen 41-jährigen Mann ermittelt, der die „Traueranzeigen“ als Kritik an den geltenden Corona-Verordnungen aufgestellt haben soll. Eine Strafe droht dem Mann bisher nicht, denn durch das Aufstellen der Tafel sei nichts beschädigt worden.