Ministerin will Narkosen klimafreundlicher machen

Ministerin will Narkosen klimafreundlicher machen

Wald- und Feldbrände, unwetterartige Gewitter und Temperaturrekorde. Der Klimawandel ist spürbar und viele wollen was dagegen tun. Das Land Baden-Württemberg ergreift jetzt auch Maßnahmen an Orten, an denen man vielleicht nicht auf den ersten Blick an Klimaschutz denkt. Oder würden Sie sich im Operationssaal eines Krankenhauses Gedanken um Klimaschutz machen?

In Deutschland liegt der Anteil des Gesundheitswesens an den Treibhausgasemissionen bei ca. 8 Prozent, wovon laut dem Baden-Württembergischen Wissenschaftsministerium etwa die Hälfte durch die Versorgung von Patienten in der Anästhesie und Intensivmedizin verursacht wird. Hier will Ministerin Theresia Bauer (Grüne) ansetzen und hat die vier landeseigenen Universitätskliniken zum Handeln aufgerufen.

Die Kosten, die durch die Verwendung anderer Narkosegase oder den Einbau von Filtern entstehen, sind laut Ministerium überschaubar. Die Universitätskliniken können diese aus den jährlichen Investitionsmitteln des Landes finanzieren. Bei Bedarf hat die Ministerin auch finanzielle Unterstützung zugesagt: „Am Geld soll dieser dringliche Schritt nicht scheitern“.

Auch auf ganz Baden-Württemberg betrachtet wären die Kosten für die Umstellung der Narkosegeräte überschaubar. Das Ministerium rechnet mit ca. 500.000 Euro für alle Krankenhäuser im Land. Diese Rechnung basiert auf angenommenen 2.500 Beatmungsgeräten in den OP-Sälen der Akutkrankenhäuser des Landes.

Das Universitätsklinikum Ulm handelt bereits. Hier gibt es eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe zu diesem Thema. Lachgas wird schon lange nicht mehr eingesetzt und die anderen Narkosegase werden gerade ausgetauscht. Zudem wird während der Anästhesie die Frischluftzufuhr reduziert, wodurch weniger Narkosegase gebraucht werden.

Ministerin Bauer hat sich auch an das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz gewandt. Sie tritt auf Bundesebene perspektivisch für ein Verbot des Einsatzes der klimaschädlichen Gase ohne Filter ein. Zuvor könnten auch über Anreize oder Werbung entsprechende Impulse zum Nachahmen gesetzt werden, indem der Bund aktiv daran mitwirkt, die Maßnahmen für den Klimaschutz bundesweit bekannter zu machen, damit die privaten Krankenhäuser diese sinnvollen Maßnahmen ebenfalls umsetzen.