Make-Up für die Wangener Altstadt

Make-Up für die Wangener Altstadt

Make-Up für die Altstadt

Immer mal wieder braucht die alte Dame frisches Make-Up: Ich rede von der Wangener Altstadt. Sie gilt als eine der schönsten im Allgäu und wird gerne als märchenhafte Puppenstube bezeichnet. Damit das so bleibt, brauchen die historischen Gemälde an den stattlichen Häusern regelmäßig eine Frischzellen-Kur. Darum kümmern sich Kirchenmalerinnen wie Melanie Maurer – Paul Martin hat ihr dabei über die Schulter geschaut.

Einst wurde das Bild als Fesko – also mit der Nass-in-Nass-Technik gemalt. Das geht heute natürlich nicht mehr, deshalb bedient sich Melanie Maurer anderer Methoden. Erweitert wurde das Bild von Toni Schönecker – auch als Fresko: In dieser Technik sind die großen, heute an prominenten Stellen im Stadtbild erhaltenen Werke Schöneckers entstanden. Und dabei wurden längst nicht alle seine Ideen umgesetzt. Die Fidelisbeck-Fassade zeigt bekanntermaßen das Markttreiben in der Stadt und die Bierseligkeit in der Wirtschaft. Wäre es nach dem Künstler gegangen hätte das Bild etwas anderes dargestellt: Fallenlassen musste Schönecker 1961 seinen ersten Entwurf, der in Anspielung auf die Paradiesstraße das biblische Paradies mit Adam und Eva gezeigt hätte. Aus moralischen Gründen war es 1961 offenbar nicht vertretbar, die nur mit Feigenblättern bekleideten Ur-Eltern an einer öffentlichen Straße zu zeigen.