Landwirte fordern höhere Preise für ihre Erzeugnisse

Landwirte fordern höhere Preise für ihre Erzeugnisse

Die wirtschaftliche Lage der tierhaltenden Betriebe ist verzweifelt. Pünktlich am 11. 11. um 11 Uhr 11 werden daher Bäuerinnen und Bauern in ganz Deutschland bei ihren unmittelbaren Marktpartnern, den Molkereien und Schlachthöfen, unter dem Motto „Schluss mit lustig“ vorstellig und fordern in einem ersten Schritt

  • für den Liter Milch mindestens 15 Cent mehr!
  • für das kg Rindfleisch mindestens 1 Euro mehr!
  • für das kg Schweinefleisch mindestens 50 Cent mehr!
  • für das kg Geflügel mindestens 20 Cent mehr!

Es muss jetzt alles dafür getan werden, dass dies kurzfristig realisierbar ist. Die Erlöse müssen innerhalb der Wertschöpfungskette gerechter verteilt werden. Von den erzielbaren Erlösen muss mehr bei den Erzeugern ankommen, so die Forderungen der Bäuerinnen und Bauern.

Insbesondere bei den tierhaltenden Betrieben ist „Schluss mit lustig“. Ihre wirtschaftliche Lage ist angesichts deutlich steigender Kosten und niedrigster Erlöse schlicht ruinös. Die Ursachen dafür sind in den verschiedenen landwirtschaftlichen Sektoren vielfältig, das Ergebnis ist das gleiche: Die Situation ist massiv existenzbedrohend. Im Bereich Milch beispielsweise bleiben derzeit – ähnlich wie im extremen Krisenjahr 2016 – rund ein Drittel der derzeitigen Kosten ungedeckt, während die Anforderungen an die Betriebe und damit auch die Kosten weiter steigen.

„Wir Bäuerinnen und Bauern müssen selbst formulieren, was wir brauchen und können nicht darauf warten, dass uns jemand freiwillig ein paar Krümel abgibt“, erklären die Teilnehmer des Milchdialogs, der den Anstoß zu den aktuellen Aktionen gegeben hat. „Wir haben direkte Marktpartner, die sich als unsere Partner bezeichnen und wir nehmen diese jetzt beim Wort. Wir erwarten, dass unsere Verarbeiter den Ernst der Lage wirklich wahrnehmen und erwarten ihre Bereitschaft, in allen Bereichen alles dafür zu tun, dass die dringend benötigten Mehrerlöse für die tierhaltenden Betriebe auch erwirtschaftet werden können.“

„Es wird aktuell über die Zukunft der Landwirtschaft verhandelt, die viele Betriebe aber nicht mehr erleben werden, wenn sich nicht kurzfristig die Erlössituation auf den Märkten verbessert. Wir unterstützen unsere Verarbeiter gerne dabei, sind es aber leid, abgewimmelt und im Kreis geschickt zu werden, vom Handel über den Verbraucher, über die EU und den globalen Markt und wieder zurück. Wir kommen am 19. November wieder, um die Stellungnahmen unserer Verarbeiter abzuholen – als klares Zeichen, dass wir uns nicht mit ein paar warmen Worten abspeisen lassen. Wir erwarten Rückmeldungen und Vorschläge, die erkennen lassen, dass nicht auf Zeit gespielt wird, sondern dass man wirklich bereit ist, ernsthaft und problembewusst die Misere unserer Betriebe anzugehen“, erklären die Milchdialog-Teilnehmer. „Wir haben die Zeit nicht mehr und wir brauchen deutlich höhere Erlöse – nicht nur für die 37 Prozent unserer Milch, die an den Lebensmitteleinzelhandel gehen, sondern für 100 % unserer Milch.“

„Natürlich sind alle Beteiligten der Wertschöpfungskette bis hin zur Politik mit entsprechenden Rahmenbedingungen gefordert, um längerfristig wirklich gewinnbringende Marktpreise zu erzielen. Das darf aber nicht dazu führen, dass keiner etwas unternimmt. Vielmehr muss jeder seinen Teil dazu beitragen, dass dies gelingen kann. Und genau das erwarten wir von unseren Verarbeitern. Aktuell wird die Verantwortung immer nur weitergeschoben. So lässt man uns Bäuerinnen und Bauern im Regen stehen. Damit muss jetzt Schluss sein. Schluss mit lustig! Es geht so für uns nicht weiter“, betonen die Teilnehmer des Milchdialogs.