Lahmendes Impftempo: Landesregierung reduziert Impfangebot

Lahmendes Impftempo: Landesregierung reduziert Impfangebot

Das Impftempo nimmt derzeit stetig ab. Aufgrund der fehlenden Nachfrage will die Landesregierung von Anfang April an das Impfangebot in Baden-Württemberg reduzieren. Statt 350 mobilen Impfteams und 135 Stützpunkten soll es in den 44 Landkreisen jeweils nur noch eines davon geben. Darüber hatte die Deutsche Presse-Agentur am Wochenende mit Berufung auf eine Kabinettsvorlage berichtet, die zwischen Sozial- und Finanzministerium bereits abgestimmt ist. Bis zum heutigen Mittwoch müssten die anderen Ressorts noch zustimmen.

Das Klinikum Stuttgart ist in der Landeshauptstadt für die mobilen Impfteams und die Impfstation im Katharinenhospital zuständig. Der Leiter der dortigen Impfstation, Dr. Daniel Kaiser, verweist darauf, dass das derzeitige Impfangebot des Klinikums bis Ende April geplant ist. Was darüber hinaus passiert, sei Teil der anstehenden Entscheidung der Landesregierung. Sollten neben Sozial- und Finanzministerium auch die anderen Ressorts zustimmen, müsste die neue Impfstrategie des Landes noch im Umlaufverfahren genehmigt werden.

Uwe Lahl, Amtschef Pandemiebewältigung im Sozialministerium, erklärt die Änderung der Impfstrategie mit dem Blick auf die deutliche Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage der Corona-Impfungen. Die derzeitige Infrastruktur könne mindestens zehnmal mehr leisten, als aktuell benötigt wird. Mit der Reduzierung auf einen Stützpunkt und ein mobiles Impfteam pro Landkreis würde das Land zudem Geld einsparen. Dennoch bliebe es mit dieser Strategie flexibel, um gegebenenfalls im Herbst bei eventuell neu auftretenden Virusvarianten schnell reagieren zu können. Nach und nach wolle sich das Land jedoch komplett aus der Impfkampagne zurückziehen. Impfungen und Auffrischungen sollen Schritt für Schritt an die Hausärzte abgegeben werden.

UPDATE (24. März): Am Donnerstag hat die Landesregierung die Vorlage des Sozialministeriums beschlossen. Demnach soll zum 1. April das Impfangebot auf ein mobiles Impfteam und einen Stützpunkt pro Landkreis reduziert werden. Bei Bedarf soll es noch weitere zehn mobile Impfteams geben, die unter anderem die Impfungen von Flüchtenden aus der Ukraine bedarfsabhängig durchführen könnten.