Bürgerversammlung spricht sich gegen Ensembleschutz aus

Bürgerversammlung spricht sich gegen Ensembleschutz aus

Wohnungen werden teurer – bezahlbare Bauplätze sind Mangelware. Das Thema kennen die Menschen in Bubenhausen, einem Ortsteil von Weißenhorn, nur zu gut. Während viele auf einen Bauplatz warten, verfallen im Ortskern einige Häuser.

Die Fugger waren es, die in Bubenhausen einst Weber angesiedelt hatten. Heute wohnen hier viele Landwirte. Die Ortsdurchfahrt ist schön. Das soll auch so bleiben. Deshalb sieht der Denkmalschutz hier einen sogenannten Ensembleschutz vor. Damit soll der Charakter der Ortsdurchfahrt erhalten bleiben. Eine Sanierung oder ein Abriss mit Neubau sind deshalb schwierig.

Als Konsequenz stehen mehrere Häuser in der Ortsmitte mittlerweile leer. Auch Landwirt Michael Zeller hat für seine Söhne direkt an der Ortsdurchfahrt ein Grundstück mit einem alten, baufälligen Haus erworben. Aus Sicherheitsgründen hat er es mittlerweile abgerissen.

Dieser Abriss sorgt für Aufruhr. Die Stadt reagiert und ruft eine Bürgerversammlung ein. Das Interesse ist groß, denn auch andere Anwohner verstehen nicht, warum die alten Häuser, die zum Großteil nicht richtig unter Denkmalschutz stehen, erhalten werden sollen.

Bei einer Abstimmung sprechen sich die versammelten Bürger gegen den Ensembleschutz aus. Nach Ansicht des Bayerischen Landesamtes für Denkmalschutz könnte das gehen, wenn die Stadt ein Kommunales Denkmalkonzept – ein KDK erstellt. Über den Stadtrat soll dies schnellstmöglich realisiert werden.

Viele betroffenen Bubenhausener glauben ohnehin nicht, dass sie den Ensembleschutz brauchen. Auch vor dessen Einführung wurden immer wieder Häuser saniert – und die Ortsdurchfahrt sieht noch immer schön aus.