Ansturm auf FFP2-Masken

Ansturm auf FFP2-Masken

Sie sind deutlich teurer, als Community-Masken und schützen derzeit vor allem Beschäftigte in Arztpraxen, Krankenhäusern und dem Rettungsdienst. Ab nächster Woche sind die FFP2-Masken in Bayern auch in Geschäften und im Nahverkehr Pflicht. Ministerpräsident Markus Söder argumentiert auf der Pressekonferenz nach der Kabinettssitzung damit, dass der herkömmliche Mund-Nasen-Schutz andere schützt, während FFP2-Masken den Träger selbst schützen würden.

Tatsächlich senken aber auch die MNS-Masken das relative Risiko, sich mit dem Corona-Virus zu infizieren, um 80 Prozent. Eine entsprechende Studie kanadischer Forscher ist im vergangenen Sommer im Wissenschaftsmagazin The Lancet erschienen. Die FFP2-Masken schützen besser. Sie sollen 95 Prozent der Partikel aus der Luft filtern können.

Das Robert-Koch-Institut sieht dagegen keinen signifikanten Vorteil beim Einsatz von FFP2-Masken im privaten Bereich. Problematisch sei, dass medizinische Laien keine Erfahrung im Umgang mit den Masken haben. Auf der Internetseite heißt es: „Bei der Anwendung durch Laien ist ein Eigenschutz über den Effekt eines korrekt getragenen MNS hinaus daher nicht zwangsläufig gegeben. In den Empfehlungen (…) zum Einsatz von Schutzmasken im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 werden FFP2-Masken nicht zur privaten Nutzung empfohlen.“

Auch die Opposition im Bayerischen Landtag ist nicht glücklich mit der Entscheidung. Viele Abgeordnete fordern, dass die Staatsregierung kostenfrei Masken für Bedürftige zur Verfügung stellen solle, wenn sie schon eine solche Maßnahme beschließt. Dies soll jetzt auch tatsächlich geschehen. Als Problematisch wird zudem angesehen, dass der Bayerische Ministerpräsident nur eine Woche nach dem letzten deutschlandweiten Beschluss schon wieder einen Alleingang macht und auch diesmal wieder nicht das Parlament in die Entscheidung mit einbezieht.

In den Apotheken der Region gibt es noch ausreichend FFP2-Masken zu kaufen. Vielfach werden gleich mehrere bestellt. Grund dafür dürfte sein, dass die Masken als Einmalprodukt gelten und nach einem mehrstündigen Tragen nicht wiederaufbereitet werden können.